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    Geschrieben am Februar 10th, 2009 Dr. Gernot Schebelle Keine Kommentare

    Vorweg zwei Aphorismen

    “Die Phantasie ist viel wichtiger als das Wissen. Wissen ist begrenzt, Phantasie umspannt die Welt!” (Albert Einstein)

    “Wissen ist die Ressource der Zukunft.” (http://www.powermailer.de/)

    Dann einige erste Hinweise zur Begriffsklärung:
    “Wissen ist Information derer sich eine Person, Organisation oder eine andere Gruppierung gegenwärtig ist.”
    „Wissen“ ist abgeleitet vom althochdeutschen Verb wissan, das seinerseits von der Form „gesehen haben“ kommt, was auch etymologisch auf die Begründetheit verweist.

    Für den Begriff des Wissens findet sich seit der Antike im philosophischen und wissenschaftlichen Diskurs keine präzise und übergreifende anerkannte Definition, vielmehr gibt zahlreiche, häufig ähnlich klingende Definitionen, die jeweils abhängig vom Standpunkt des Definierenden formuliert wird (siehe unten). Seit dem 20. Jahrhundert wird der Begriff zunehmend aus dem Blickwinkel der Informatik betrachtet.

    Als kleinster gemeinsamer Nenner lässt sich folgende Aussage formulieren:

    * Dem Wissen liegen Informationen zugrunde, oder anders formuliert:

    Wissen ist behaltene (gespeicherte) Information.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Wissen)

    Formen des Wissens

    Deklaratives versus prozedurales Wissen

    Bezeichnet in der Kognitionspsychologie das Wissen über Fakten („Wissen was“), in Abgrenzung von handlungsorientiertem („Wissen wie“, prozedurales Wissen). Folgende Formen des deklarativen Wissens können unterschieden werden:

    * Wissen über Fakten:

    Zu den Fakten gehören numerische Fakten wie „das Planck’sche Wirkungsquantum ist h  = 6,6261 · 10-34 Js “ oder Propositionen wie „Der Wolf ist ein Raubtier“.

    * Wissen über Konzepte und Konzepteigenschaften:

    Konzepte werden durch ihren Konzeptnamen, ihre Extension und ihre Intension definiert. Extension ist die Menge aller Objekte, die zu dem Konzept gehört, die Intension ist die Menge der Merkmale, die ein Objekt besitzen muss, um zum Konzept zu gehören. Man unterscheidet zwischen Individualkonzepten, die als Extension eine einelementige Menge besitzen, und Massenkonzepte wie Flüssigkeiten oder Schüttgut, die keine stückweise abzählbare Extension besitzen.

    * Wissen über semantische Beziehungen:

    Semantische Beziehungen sind Aussagen zu zwei oder mehreren Konzepten, o Kausalbeziehungen (Blitz – Donner).

    * Wissen über Ereignisse und Handlungen:

    o Räumliche Beziehungen (Behälter – Inhalt).

    Ein Ereignis ist eine Zustandsänderung eines Objektes zu einem bestimmten Zeitpunkt oder über ein Zeitintervall hinweg. Eine Handlung ist ein Ereignis, das von einem Aktor ausgelöst wurde.

    o Zeitliche Beziehungen (chronologische Abfolge, Simultanität).

    * Wissen über Regeln und einschränkende Bedingungen (Constraints):

    o Ist-Ein-Beziehung (Wolf – ist ein – Raubtier).

    Wissen über einschränkende Bedingungen ist Wissen über die Unzulässigkeit von Zuständen oder Zustandsänderungen.

    o Teil-Von-Beziehungen: (Klinge – ist Teil vom – Schwert).

    * Metawissen:

    o Abstraktionen: (Schrank ist ein Möbelstück). Wissen über Wissen, wie z. B.

    o Wissen über die Verlässlichkeit (Reliabilität) bzw. Güte (Validität) von Fakten oder anderen Wissensarten.

    o Wissen über Wissensqualität. wie zum Beispiel

    * Wissen als soziale Konstruktion:

    Grundlegend stellt die Wissenssoziologie fest, dass Erkenntnis nicht im Individuum, sondern in einem sozialen Kontext eingebettet ist, das bedeutet Wissen ist sozial bedingt.

    * Narratives versus diskursives Wissen

    Jean-François Lyotard unterscheidet zwei Formen von Wissen:

    * diskursives Wissen – das im Diskurs ermittelte Wissen der Moderne mit expliziter Legitimation. Wissenschaftliches Wissen ist spezifisches diskursives Wissen, das dem akademischen Diskurs und seinen akademischen Regeln unterliegt;

    * narratives Wissen – das traditionelle Wissen in Form von Geschichten und Erzählungen, das sich implizit selbst legitimiert.

    * Operatives Wissen und Orientierungswissen

    (Wie nutze ich das Wissen, das ich habe? Wie finde ich meinen Weg, da ich noch nicht genug weiß?)

    * Wissen über Vorgänge und Verfahren:

    Ein Vorgang ist eine lang andauernde Handlung. Ein Verfahren ist eine festgelegte Anzahl von miteinander verketteten Einzelhandlungen, für die oft eine bestimmte Reihenfolge verbindlich ist. Wissen über ein Verfahren bezeichnet man auch als “know how”, Gewusst Wie.

    o Wissen, wie man Wissenslücken schließen kann (zum Beispiel indem man Unbekanntes erfragt).

    o Wissen, wie man neues Wissen aus vorhandenem Wissen ableitet (Inferenzstrategien).

    o Wissen, wie man Wissen strukturiert und neues Wissen hinzufügt.

    * Wissen über Probleme und Problemlösungsstrategien:

    Bildung einer formalen Beschreibung eines Problems mit dem Ziel der Klassifikation des Problems in eine bekannte Problemklasse, zu der eine Problemlösungsstrategie bekannt ist.”

    (http://de.wikipedia.org/wiki/Wissen)

    Zudem gilt es die Halbwertszeit des Wissens in verschiedenen Wissensgebieten zu beachten.

     

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