Informations- u. Wissensmanagement mit einer mindmap-basierten Hypertext-Anwendung
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  • HYPERINFO Projekt-Story

    Geschrieben am Juli 18th, 2013 Dr. Gernot Schebelle Keine Kommentare

    Entwicklungsprozess eines End-Users

    (Stationen u. Schlüsselerlebnisse auf einem freud- und auch leidvollen Weg)

    Wegwerfen

    Nach dem Abitur bzw. dem Studium habe ich im Zusammenhang mit Umzügen einige (hand-)schriftliche Unterlagen (z.B. Skripten u.a.) weggeworfen. Jahre später hätte ich das eine oder andere wieder gut brauchen können. (Später erfuhr ich in einer organisationspsychologischen Veröffentlichung, dass man im Schnitt 96 % aller angesammelten Dokumente nie wieder braucht – nur keiner kann einem sagen, welche 4 % man aufheben soll.)

    Zurücklassen

    Im Beruf baute ich in der Vor-PC-Ära u.a. eine Literaturdokumentation (auf Karteikartenbasis) für meinen Verantwortungsbereich auf. Nach dem Weggang von dieser Organisation musste ich alles zurücklassen u. in meiner Selbstständigentätigkeit wieder von vorne anfangen. (Anfangs ist eine Tätigkeit als Dauerstellung angelegt, es gibt aber dann nicht vorhersehbare Entwicklungen, die einen zum Verlassen einer Organisation motivieren.)

    Elektronische Dokumentation

    Bei der Wahl einer Selbständigentätigkeit kann man u.a. allein entscheiden, wie ich arbeite und womit ich arbeite – was bei größeren Organisationen nicht immer der Fall ist. Ich jedenfalls entschied mich u.a. für die Arbeit mit …

    Strukturierten Datenbanken

    Anfang der 80iger-Jahre kamen die ersten erschwinglichen PCs auf den Markt (mit Betriebssystemen z.B. wie CPM – was viele auch nicht mehr vom Hörensagen her kennen); erste Datenbanken (dBASE, später MICROSOFT ACCESS u.ä.) nutzte ich für Dokumentationsarbeiten auf elektronischer Basis. Da mir der “Programmierungsaufwand” bei diesen strukturierten Datenbanken nicht so angenehm war, suchte ich nach nutzer-freundlicheren Konzepten.

    Unstrukturierte Datenbank

    Mit dem Erscheinen der unstrukturierten Datenbank ASKSAM auf dem Markt bin ich dort eingestiegen und habe seitdem nach zig Updates kontinuierlich den Bestand in der Literatur- bzw. Aphorismendatenbank dokumentiert. (Die frühere Musik-Datenbank wurde zwischenzeitlich durch iTUNES (auch auf iPAD und iPOD abgelöst).

    Laufende Software-Erprobungen

    Da ich sehr häufig u.a. Seminare für (Chef-)Sekretärinnen und Führungskräften sowohl aus dem Bereich des Öffentlichen Dienstes als auch der Freien Wirtschaft durchführte, beschäftigte ich mich u.a. intensiver z.B. mit Ablage- und Informations-Retrievalfragen und erprobte laufend Softwareprogramme sowohl aus dem Public-Domain- wie auch aus dem kommerziellen Bereich auch im eigenen Büro.

    Dokumentenmanagement

    Ein recht praktikables Konzept für das Dokumentenmanagement (Endziel: das papierlose Büro) bot LEITZ mit seinem Elektronischen Leitzordner (ELO Office) an.

    Endziel “papierloses Büro”

    Allerdings scheinen viele Organisationen auch heute noch sehr weit vom Endziel “papierloses Büro” entfernt zu sein, wie die Verkaufsstatistiken der Büropapier-Hersteller zeigen, die von satten Zuwachsraten berichten.

    Sackgassen

    Damit die Probleme kein Ende finden: Einige Softwareprogramme wurden nicht mehr weitergepflegt und verschwanden sang- und klanglos vom Markt.

    Mindmapping

    Mit Metaplan-Technik

    Für die Seminarmoderation nutzte ich – wie viele andere auch – anfangs die klassischen Mapping-Techniken auf Kärtchen- und Pinnwand-Basis; schließlich gewann die Metaplan-Technik die Oberhand.

    PC-gestützt mit MINDMANAGER

    Später erschienen verschiedene Mappingprogramme für PCs auf dem Markt, die ich begeistert aufnahm und erprobte. Einem Programm blieb ich dann über die Jahre treu – dem MINDMANAGER.

    Hypertext

    Parallel zu PC-gestützten Mapping-Techniken verfolgte ich die Entwicklung der Hypertexttechnik und gestaltete auch einige Hypertexte (z.B. über Marketing).

    Im Internet und einschlägiger Informatik-Literatur findet man zahlreiche Definitionen des                                                                                               Begriffs Hypertext. Hier einige zur Auswahl:

    “Hypertext, eine Methode, Informationen zu präsentieren, bei der Texte zu einem komplexen                                                                                        Netz aus Querverweisen miteinander verbunden sind.”(http://de.encarta.msn.com/ 18.8.06)

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    “… a way of joining a word or image to another page, document, etc. on the Internet or in  n another computer program so that you can move from one to the other easily: The Web is based on hypertext links that allow people to easily move from document to document.”(Cambridge Advanced Learner’s Dictionary http://dictionary.cambridge.org/define.asp?key=38720&dict=CALD 18.8.06)

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    “… machine-readable text that is not sequential but is organized so that related items of information are connected (Example: “Let me introduce the word hypertext to mean a body of written or pictorial material interconnected in such a complex way that it could not conveniently be presented or represented on paper – Ted Nelson”)”(http://www.onelook.com/?w=Hypertext &ls=a 18.8.06)

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    ” A special type of database system, invented by Ted Nelson in the 1960s, in which objects (text, pictures, music, programs, and so on) can be creatively linked to each other. When you select an object, you can see all the other objects that are linked to it. You can move from one object to another even though they might have very different forms. For example, while reading a document about Mozart, you might click on the phrase Violin Concerto in A Major, which could display the written score or perhaps even invoke a recording of the concerto. Clicking on the name Mozart might cause various illustrations of Mozart to appear on the screen. The icons that you select to view associated objects are called Hypertext links or buttons.

    Hypertext systems are particularly useful for organizing and browsing through large databases that consist of disparate types of information. There are several Hypertext systems available for Apple Macintosh computers and PCs that enable you to develop your own databases. Such systems are often called authoring systems . HyperCard software from Apple Computer is the most famous.”

    (http://www.webopedia.com/TERM/h/hypertext.html 20.2.02)
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    “Die Wikipedia ist ein Beispiel für einen komplexen Hypertext.

    Entwicklung und Geschichte

    Das erste Mal wurde dieses Konzept wohl 1945 von Vannevar Bush in einem Artikel As We May Think im Journal The Atlantic Monthly erwähnt. Er sprach darin über ein zukünftiges System Memex (für Memory Extender), das das Wissen eines bestimmten Gebietes elektronisch aufbereitet leicht zugänglich darstellen kann. Der Kernpunkt ist, dass man mit elektronischer Hilfe den Verweisen leicht folgen kann und dass Bücher und Filme aus einer Bibliothek angezeigt werden.

    Der Gesellschaftswissenschaftler Ted Nelson prägte den Begriff “Hypertext” im Jahr 1965.

    Eines der ersten Hypertextsysteme, das einer größeren Gruppe zugänglich war, ist HyperCard der Firma Apple Computer, das mit den Apple Macintosh Computern ausgeliefert wurde.

    Das heute am weitesten verbreitete System ist das World Wide Web, obwohl ihm einige wichtige Funktionen früherer Hypertextsysteme fehlen. So ist zum Beispiel das Problem der “toten” Links (Dead Links, Dangling Links) im WWW ungelöst. Auch die Implementierung der Uniform Resource Identifiers (URIs) ist über die im Web gebräuchlichen URLs nur unvollständig erfüllt. Im Gegenzug erlaubt das WWW aber auch das Einbinden von nichtsprachlicher Information. Dadurch ist es, obwohl auf Hypertext beruhend, streng genommen ein Hypermedia-System.

    Die Sprache, in der die Texte des World Wide Web beschrieben werden, heißt HTML. Auch viele Software-Dokumentationen (Hilfe-Texte) sind als Hypertext konzipiert.”

    (http://www.dejot.com/docs/wikipedia/hypertext.htm 20.1.02)

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    “Hält man sich an die buchstäbliche Bedeutung, so ist Hyper-Text ein Konzept , das die normale, d.h. lineare Abgefaßtheit von Text überholen und zu neuen Formen der Textorganisation vorstoßen will. Das Programm lautet: Löse den Text in seine Bestandteile auf und organisiere diese Teile neu; verbinde die Teile untereinander mit »Fäden«, computertechnisch Links , und organisiere das Ganze als mehr oder weniger geordnetes Netz . Nach dem unzulänglich gebliebenen Versuch von Ted Nelson (»Literary Machines«, 1987), diesem Konzept gerecht zu werden, hat Tim Berners-Lee 1991 einen Vorschlag für ein Hypertext-Projekt vorgelegt, aus dem dann das World Wide Web hervorging. Berners-Lee nennt als das grundlegende Konzept von Hypertext die Schaffung eines Netzes mit Informationsknoten, und nicht mit hierarchischen Baumstrukturen oder geordneten Listen . Die Bestandteile eines Textes oder auch mehrere Texte werden so miteinander verbunden, daß man von einem Begriff zum anderen gehen kann, um schließlich die Informationen zu finden, die man benötigt. Für den Anwender ist es dabei nicht wichtig zu wissen , wo sich ein Dokument befindet, sondern lediglich, über welche Adresse es abgerufen werden kann. Das einheitliche Adreßschema URL (Uniform Resource Locator) und der HTTP-Standard (Hyper-Text Transfer Protocol) gestatten die Abrufung von Dokumenten per Mausklick. Hypertexte können sowohl Texte als auch akustische und visuelle Elemente enthalten. Hypertext besitzt eine fraktale Dimension, da die Navigation in den Netzen immer nur Anschlüsse , zumindest aus sich heraus aber keinen Abschluß findet. Wesentliche Merkmale von Hypertexten sind Synästhetisierung , also die Mischung verschiedener Wahrnehmungsmodi, Delinearisierung , Interaktivität und Individualisierung .”

    (SCHMIDT, A.P. (1999): Der Wissensnavigator. Das Lexikon der Zukunft.)

    >>> siehe auch Hyperlink

    Wissensmanagement

    Angeregt durch diverse Fachliteratur und viele einschlägige Websites schälte sich langsam der Themenbereich “Wissensmanagement” als einer der zentralen Schwerpunkte meiner Alltagsarbeit heraus.

    Synthese: HYPERINFO-Entwicklung

    Eines Tages kam mir die Idee, den MINDMANAGER nicht nur – wie üblich – für Brainstormings zu benutzen, sondern auch für mein persönliches Wissensmanagement. So legte ich nach und nach eine Sammlung (vor allem) psychologischer, pädagogischer und philosophischer Begriffe an. Diese Sammlung ist mittlerweile auf ca. 50 000 Begriffe bzw. Begriffsteile angewachsen. HYPERINFO wird nun erstmalig (als noch mit einigen Fehlern behaftete 0.1-Version) im Internet vorgestelllt und angeboten, damit sich Interessenten die sehr zeitaufwendige und viel Geduld erfordernde Anlage des Grundstocks an Einzelmaps ersparen können.

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